Eigene Piaf-Interpretation

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Rorschach. Gross war die Freude der Fans von Edith- Piaf Chansons, als die Kernbeissers, das Goldacher Ehepaar Inga und
Wolf Buchinger, auf ihre eigene Art der grossen Chansonnière gedachten.
PETER BEERLI

«La vie en rose», ein neuer Edith- Piaf-Film geht durch die Städte und Dörfer. Die Schweizer Bundesrätin Micheline Calmy-Rey singt
öffentlich «Non, je ne regrette rien», einen Hit der grossen Sängerin, die vor 50 Jahren 42-jährig starb. Auch sonst wird vielerorts der
unvergessenen Sängerin gedacht.

Drei Jahre Vorarbeit
In ihrem Jubiläumsjahr «25 Jahre Kernbeissers» feierten am Samstagabend auch Inga und Wolf Buchinger Premiere mit ihrem
Edith-Piaf-Programm. Getragen von grosser Liebe zu Frankreich und dessen Chansons, hatten sie lange Zeit auf diesen Abend
hingearbeitet. Sie waren sich dabei bewusst geworden, dass man keine Edith-Piaf-Stimme haben muss, um deren Chansons zu singen.
Während eines halben Jahres widmeten sie sich intensiv der Vorbereitung dieses Abends.
Sie wählten zwölf Lieder aus dem breiten Repertoire. Darunter waren bekannte, wie «La vie en rose» oder «Non, je ne regrette rien», und
weniger bekannte. Mittels Tonträger liessen sie in «Mon Dieu» noch einmal Edith Piafs persönliche Stimme erklingen: Ein kalter Schauer
der Erinnerung lief den Zuhörenden über den Rücken. Nicht allein die von Inga Buchinger vorgetragenen und von Wolf Buchinger auf alten
Instrumenten begleiteten Lieder Edith Piafs machten diese Begegnung mit der Chansonnière im evangelischen Kirchgemeindezentrum
zum eindrücklichen Erlebnis, es waren auch die Zwischentexte. Wolf Buchinger las persönliche Essays und Impressionen, welche den Star
als nicht immer einfachen Menschen erleben liessen. Wolf Buchinger stand dabei im nüchternen Gespräch mit der Chansonnière, schilderte
ehrlich die auf eine schwierige Kindheit und Jugend zurückzuführende Tragik ihres Lebens. Es waren Berichte über die Sehnsüchte nach
immer neuen Liebeserlebnissen und über ihre Beziehung zur Strasse.

Romantik gewann Oberhand
Schliesslich aber gewannen die Worte der Romantikerin Oberhand: «Wenn er mich in seine Arme nimmt und mit mir ganz zärtlich spricht,
dann sehe ich das Leben ganz in Rosarot. Er schenkt mir Liebesnächte, die niemals enden sollen, Kummer und Sorgen verschwinden. Ich
bin so glücklich, dass ich jetzt sterben könnte». – Edith Piaf ist vor fünfzig Jahren gestorben, ihre Lieder werden dies noch lange nicht tun.

Pläne der Kernbeissers
In diesen Tagen werden die Kernbeissers wieder zu einer elf Tage dauernden Reise in die neuen Länder Deutschlands aufbrechen. Jeden
Tag werden sie an prominenten Kulturstätten auftreten, in Leipzig, Dresden und anderen Städten. Im kommenden Sommer wird man den
Kernbeissers im zweiten «Rorschacher Gespräch», diesmal mit Walter Eggenberger, wieder begegnen. In der Olma-Halle in St. Gallen
werden sie sich im Generationen-Forum «Mutig älter werden» des EDA zu Wort melden. Weitere Auftritte dazu sind auch in Zürich, Bern
und Basel vorgesehen.

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Region Rorschach, Archiv: 15. Mai 2007, TAGBLATT