Crazy Songs

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Verrückte Lieder über Pillen und eine Waschmaschine
Crazy Songs: 12 Lieder und ein «Bonusdreck». Die Kernbeissers haben ein neues Album produziert. Mit «Crazy Songs» und der Hilfe des Pharmaunternehmens Galenica wollen sie 2009 so
richtig durchstarten.

 

PETER BRÜHWILER
Goldach/Rorschach. Der Kernbeisser ist kein schräger Vogel, sondern die grösste in Europa heimische Art aus der Familie der Finken. Ausgefallener präsentieren
sich seine singenden Namensvetter aus Goldach: «Kernbeissers Crazy Songs» heisst das neue Album des Ehepaars Inga und Wolf Buchinger.
«Ich brauche für die Pillenflucht die Pille gegen Pillensucht», singt Inga Buchinger im Eröffnungslied mit leicht gequälter Stimme – was einen Marketing-Vertreter
des Schweizer Pharma-Unternehmens Galenica dermassen beeindruckte, dass er nach einem Auftritt der beiden einen Grosseinkauf in die Wege geleitet hat. 50 000
Exemplare werde das Unternehmen für seine Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner kaufen, sagt Wolf Buchinger. Am 4. Januar feiern die Kernbeissers im
evangelischen Kirchgemeindezentrum Rorschach Plattentaufe; für den Grosskunden werden sie das Album dann noch um einen «Galenica-Song» erweitern.
Ein verrückter «Bonusdreck»
Auf «Crazy Songs» wird ein buntes Spektrum an Themen behandelt. Von den Pillen über die Faulheit zum Teufel, der Frau und dem Alter. Allen Liedern gemein sei
das Menschliche, sagt Inga Buchinger. «Crazy» wird’s dann vor allem zum Schluss. Den surrealen Text für den «Bonusdreck» Waschmaschine fanden die
Kernbeissers in den Weiten des Internets. Der unbekannte Autor erzählt darin von einer 40jährigen, die sich mit heiterer Miene in ihre vollautomatische
Waschmaschine begibt, um im Hauptwaschgang auf Trab zu kommen.
Inga und Wolf Buchinger brauchen keinen Schleudergang, um durchzustarten. Für die Zeit nach der Pensionierung habe er sich vor Jahren mehrere Ziele gesteckt,
sagt Wolf Buchinger. In einer Woche ist der Tag X, seine Ziele hat er allerdings bereits erreicht. Der Wunsch nach einer eigenen Fernsehsendung erfüllte sich mit
«Generation Gold» und «Wolfsmenschen» auf TVO. Auch ein eigenes Musical hat das Multitalent Buchinger bereits geschrieben. Ziel Nummer drei – eine Lesereise –
steht zwischen April und Juni des kommenden Jahres auf dem Programm. Möglich macht’s Galenica; denn neben der Lastwagenladung CDs wolle die Firma auch
100 000 Exemplare seines neuen Buches «Positiv ins Alter» kaufen, freut sich Buchinger. Auf der von Galenica organisierten Tournée werden sowohl das Buch als
auch die Platte präsentiert.

Faulheit ist krankhaft

«So verändert sich die Situation des Daseins», philosophiert Wolf Buchinger lächelnd vor sich hin. Erschöpfungserscheinungen lassen sich weder bei ihm noch bei
seiner Frau ausmachen. Doch aufgepasst: Auf dem neuen Album zitieren die Kernbeissers einen Spezialisten, «dass die Faulheit krankhaft ist». «Diese Krankheit ist
gefährlich – von der Faulheit werden jährlich Völkerscharen angesteckt», trällert Inga Buchinger zu einer lüpfigen Akkordeon-Melodie aus dem «Tyros 3»-Keyboard
ihres Mannes. «Ach, nun hat’s mich auch erwischt» lautet die so gar nicht auf die beiden zutreffende Pointe des Liedes. Sollte die Krankheit «Faulheit» im Hause
Buchinger trotzdem zuschlagen, bestehen jetzt ja gute Verbindungen zur Pharmaindustrie.

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