Unermüdlicher Schriftsteller

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ERLEN Das künstlerische Schaffen von Wolf Buchinger passt in keine Schublade

An der Vernissage am letzten Donnerstag, organisiert von der Bibliothek Amriswil, stellte Wolf Buchinger mit seiner Frau Inga nicht nur ein neues Buch, sondern gleich seine vier neuen Bücher vor. Wie die Anzahl der Bücher war auch die Vernissage selbst aussergewöhnlich und passte in keinen herkömmlichen Rahmen.

«Es ist eine Art Explosion» Mit diesen Worten beschreibt Wolf Buchinger sein künstlerisches Schaffen seit seinem 50. Lebensjahr. Mit diesem Satz wird Buchinger in gewisser Weise auch der enormen Anzahl seiner literarischen Veröffentlichungen gerecht. Denn so hat der 71-Jährige seit dieser Zeit mindestens ein Buch pro Jahr veröffentlicht. In seinen Werken beschränkt sich der in Erlen wohnende Wahlschweizer nicht auf eine bestimmte literarische Gattung, sondern bedient von Kurzgeschichten über Gedichte und Romane hin zu Fachbüchern und sogar Theaterstücken fast jedes Genre.

Sensationelle Reaktion des Publikums

Die Schaffensvielfalt des Künstlers konnte das Publikum eindrücklich an der Vernissage letzten Donnerstag im Kulturforum Amriswil bestaunen, wo Buchinger zusammen mit seiner Frau Inga gleich vier Bücher auf einmal vorstellte. «Die Vernissage war einfach unglaublich. Ein anwesender Journalist hat uns bereits in der Pause umarmt, denn er habe noch nie so eine intelligente, hochstehende Buchvorstellung erlebt», erinnert sich Buchinger begeistert zurück und seine Frau Inga ergänzt: «Das Publikum war fantastisch. Am Ende hatten wir den Eindruck, wir kämen nicht mehr aus dem Saalheraus, weil die Atmosphäre so euphorisch war».

Für die Stimmung nicht abträglich war wohl auch, dass die Buchingers sich bei dem Anlass für einen Apéro riche entschieden haben, so dass für das leibliche Wohl der Gäste hervorragend gesorgt war. Zudem hatten sie ein für eine Buchvernissage völlig untypisches Bühnenbild errichtet. «Es war vielmehr ein Theaterstück als eine Vernissage. So waren auch Schwarzlicht, Playbackeinspielungen, Keyboards und Chansons Teil der Vorstellung», ergänzt Buchinger.

Vernissage mit vier Büchern

An der Vernissage wurden die Bücher, wie schon am Bühnenbild zu erahnen ist, nicht nur anhand von Vorlesungen verschiedener Textpassagen der jeweiligen Bücher präsentiert. Vielmehr kam es zu einem gemeinsamen Auftritt des Ehepaars, die unter dem Namen «Kernbeissers» mit ihren literarisch-musikalischen Programmen schon über 30 Jahre Bühnenerfahrung vorweisen können.

Bei der Vernissage stellten sie die vier Bücher: «Satire satt», «Blechschüssel und Busen», «Frankreich oh làlà» und «55 Gedichte» vor. Auf diese Weise kam ein abwechslungsreiches Programm zustande. «Das Buch ‚Satire satt‘ ist zum Teil harte Kost. Es wird beispielsweise im Detail beschrieben, wie eine Selbstmordattentäterin ihre letzten Sekunden in einem arabischen Dorf erlebt und wie sie abdrückt. Diese Passage haben wir bei Schwarzlicht vorgetragen, um eine passende Stimmung zu schaffen», erklärt Buchinger. Dem gegenüber werden in «Blechschüssel und Busen» humoristische Ereignisse und Momente aus dem Leben Buchingers dargestellt. Und in «Frankreich oh làlà» werden heitere und satirische Kurzgeschichten über die Grande Nation erzählt. «55 Gedichte» ist wie der Name schon sagt ein Gedichtband, dessen Gedichte während der Vernissage das abwechslungsreiche Programm abrundeten.

Voller Schaffensenergie

Wer sich selbst einmal ein Bild von den Auftritten der Buchingers machen möchte, wird bald Gelegenheit dazu haben. Aufgrund der enormen Publikumsresonanz planen die beiden, mit dem Bühnenprogramm der Vernissage auch in anderen Orten aufzutreten.

Daneben arbeitet der Schriftsteller, Moderator und Musiker unermüdlich an neuen Projekten. So hat er ein Drehbuch für die beliebte Krimireihe «Tatort» eingeschickt und plant auch wieder, neue Bücher zu schreiben. fg

Oberthurgauer Nachrichten vom Donnerstag, 26. März 2015, Seite 36

 

http://obna.zehnder.ch/eweb/obna/2015/03/26/obna/36/55142/

Plötzlich stand sie nackt vor ihm

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Mit einer Lesung der besonderen Art vermochten Wolf Buchinger und seine Frau Inga das Publikum im Kulturforum zu begeistern. Bekannt sind die beiden als Duo Kernbeissers.

AMRISWIL. Wer Wolf Buchinger kennt, weiss, dass eine Lesung mit ihm den üblichen Rahmen sprengt. Das war im Kulturforum nicht anders. Mit einer Mischung aus Lesung, Chansons und Kabarett vermochten er und seine Frau Inga die Besucher während zweier Stunden zu fesseln. Es beginnt schon mit dem Bühnenbild, das mit viel Aufwand zum Hingucker gestaltet wurde. Dort, im Scheinwerferlicht, fühlt sich der Autor, Moderator und Coach für Führungskräfte sichtlich wohl.

Mal verwandelt Wolf Buchinger sich in einen flirtenden Playboy, dann wieder marschiert er als zackiger Soldat die Reihe ab. Zwischendurch beweist er sich als virtuoser Akkordeonspieler. Unterstützt wird der Autor und Unterhalter von seiner Frau Inga, die im zweiten Teil des Abends für die Interpretation der Chansons von Edith Piaf viel Applaus erntete. Veranstaltet wurde der Abend von der Bibliothek und Ludothek Amriswil.

Vier neue Bücher

Gleich vier neue Bücher stellte Wolf Buchinger vor. In einer Geschichte lässt der ehemalige Moderator der Sendung «Wolfsmenschen» die Zuhörer einen Blick in die Garderobe des Schlosses Hagenwil werfen, wo das Vorgespräch zum Smalltalk stattfand, das mit Prominenten gedreht wurde.

Ein bekannter Showstar ist vor dem Auftritt unschlüssig, welches Kleid er anziehen soll, und bittet ihn um Rat. In der engeren Wahl standen drei Kleider. «Sie hielt mir diese unter die Nase und fragte nochmals, welches ihren schlanken Körper am besten zur Geltung bringe. Ich hatte keine Ahnung.» Doch damit habe sich die Schöne nicht zufriedengegeben, und auf das, was dann folgte, sei er nicht vorbereitet gewesen, erzählte Buchinger schmunzelnd. «Mit einem Ratsch riss sie ihr Kleid vom Leib und stand ziemlich nackt vor mir.»

Nicht nur lustig

Die Geschichten, die Buchinger las, sind nicht nur lustig. Der Band «Satire satt» enthält denn auch die Aufschrift «Sind Sie stark genug für diese Kurzgeschichten?» In der Geschichte «Allahs Grösse» beschreibt der Autor die letzten Schritte einer Attentäterin. Ihre letzten Gedanken: «Ich bin stolz auf mich, ich sehe Allah schon, ich bin schön geschminkt, ich…»

Ganz anders wiederum der Band «Frankreich Oh Làlà». In diesem nimmt Buchinger die Gebräuche und Sitten der Grande Nation unter die Lupe. So etwa das Ritual des Küssens bei der Begrüssung. Der Kenner stellt mit einem Lächeln fest, «dass dabei viel mehr geschieht als das scheinbar sinnlose In-die-Luft-Küssen».

https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/thurgau/amriswil/tz-am/Ploetzlich-stand-sie-nackt-vor-ihm;art123844,4170923