Schuld am Grexit ist die Mutter von Tsipras

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Oh wäre sie doch die starke Europa gewesen, die ihren Sohn mit starker Hand erzogen hätte! Doch wie die meisten griechischen Mütter hatte sie unendlich viel zu tun mit ihrer Schönheit, ihrem Outfit, dem Schüren von Nachbarschaftsstreit in halb Athen und langen Shoppingtouren. Ihr Mann war potenter Bauunternehmer und machte ihr noch mehr Stress mit der Organisation von repräsentativen Abendessen und kollektiven Besäufnissen in ihrem Partykeller. Ihr kleiner Alexis war der Jüngste und wie in allen Familien darf der Jüngste sowieso alles. Erst recht, wenn Mami keine Zeit hat. Und so schlich er sich heimlich in die Unterstadt und lernte dort viele nützliche Dinge: Kleinkriminalität (wie man andere mit Tricks ausbaldowert), leere Versprechungen (wie man mit masslosen Übertreibungen andere hinters Licht führt) und den Zusammenhalt in Strassengangs (wie man mit kriminellen Gleichgesinnten Macht bekommt und erhält).

Mama merkte davon nichts, sie knuddelte ihn einmal am Tag als ihren „Wonneproppen“ ab, das war dann die ganze Kontrolle. Sie merkte auch nichts, dass er als Teenager in der Kommunistischen Partei aktiv war und begann, Papas Geld zu verschwenden. Er fand stets geniale Ausreden, wie er es bald zurückzahlen werde. Doch auch dies kontrollierte Mama nie. So konnte er schalten und walten, wie es seine ausgeprägte griechische Mentalität verlangte, die von seinen Vorbildern griechischer Reeder und Oligarchen geprägt wurde. Geld war dort immer unendlich viel vorhanden und bei Engpässen besorgte man es sich auf schwer durchschaubaren Wegen.

Tja, und plötzlich war der kleine Alexis der grosse Tsipras und der Erste Mann im Staate Griechenlands – und seine Mama ist mächtig stolz auf ihn, denn sie hat ja alles richtig gemacht.