Premiere am 03.01.2016 in Hagenwil

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Wie sagt der Franzose – „Chapeau“ wenn er begeistert ist –
und ich habe es ebenso empfunden. Chapeau Euch Beiden für 1 Stunde „Liebesrundschau“ mit Augenzwinkern und beeindruckender Frischheit.
Mir hat es ausgezeichnet gefallen.
(Peter Podner, online Kultur)

Kernbeissers lieben sich

Wolf und Inga Buchinger alias Duo Kernbeisser philosophieren im Schloss Hagenwil über die Liebe. (Bild: Reto Martin)

HAGENWIL. Ist die Ehe geprägt von duftenden Apfelblüten oder von Fallobst? Dieser Frage gingen die Musiker in ihrem Programm «Geheime Zeichen» im Mostkeller des Schlosses Hagenwil nach.

HUGO BERGER

«L’amour, duftende Apfelblüten oder Fallobst?», so heisst das neuste Programm der Kernbeisser. Entsprechend dekoriert war die Bühne am Sonntag bei der Premiere im Obstkeller: eine rote Wand, ein Herz mit der Aufschrift «Ich liebe Dich», Kerzenschein und rote Rosen. Und jeder Besucher bekam einen Apfel geschenkt, denn mit dem Apfel fing bei Adam und Eva alles an.

Mit Texten und Chansons zeigten Inga und Wolf Buchinger auf, wie schwierig das Verhältnis zwischen Mann und Frau ist und welche geheimen Kräfte sie verbinden. «Es gibt geheime Zeichen zwischen den Eheleuten. Finden Sie heraus, ob diese noch immer duftende Apfelblüten sind oder schon zum Fallobst gehören», so die Aufforderung ans Publikum.

Idiotisch erotisch

Wo fängt die Liebe an und was bedeutet die Ehe? «Ich bin so idiotisch erotisch, es ist schon fast hypnotisch» singt Inga in der Rolle einer Frischverliebten. Begleitet wird sie von ihrem Mann am Keyboard. Der Alltag kehrt ein – und damit die Vertrautheit. Doch auch Vertrautheit hat ihre Kehrseite, wie die Zuschauer erfahren: «Vertrautheit ist, wenn sie schon weiss, was er sagt, bevor er es sagt.»

Eine Szene später ist der Lack ab. Er läuft den Mädchen hinterher. Für Lacher sorgte das Lied, in welchem die Kontrahentin mit der Ehefrau telefoniert und sie nach dem Rezept für Butterrösti fragt. Die Ehefrau bleibt ihrem Gatten treu, denn für sie gilt: «Und hat sie ihn noch so satt, er ist der einzige, den sie hat.»

Zwei Jahre gearbeitet

«An dem Programm haben wir fast zwei Jahre lang gearbeitet.» Einige der Chansons und Texte habe man neu erschaffen oder wiederbelebt und neu arrangiert, erzählt das junggebliebene Paar im Rentenalter, das seit einem Jahr in Erlen wohnt und in der ganzen Welt herumreist.

Ganz im Zeichen des „Apple’s“ habt Ihr Eure Erlebnisse, Fantasien, Wünsche, Inspirationen, Vorstellungen zusammengeführt – in Lieder verpackt, mit Versen und Anmerkungen versehen, komponiert und arrangiert, geübt und einstudiert, das passende Drehbuch geschrieben und ausprobiert vor Publikum. C’est tout !
Um ein Publikum eine Stunde lang nur mit zwei Stimmen und einem Keyboard zu fesseln,
braucht es viel Inspiration und Transpiration, Energie und Motivation, Kreativität und Ironie,
Selbstbewusstheit und Humor – es braucht Talent und Können – es braucht auch Harmonie und Spirit und es braucht auch Mut und ein wenig Narzissmus. All das und noch mehr ist in Eurem Schaffen zu spüren – Respekt für Eurer Engagement. (PP)

Quelle: http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/thurgau/amriswil/tz-am/Kernbeissers-lieben-sich;art123844,4478603